Donnerstag, 2. Juni 2011

Wo alles begann ...

Am vergangenen Wochenende ging es mit dem Greyhound Expressbus auf zu einem Städtetrip nach Boston. Einer Stadt, die den Charme Neuenglands mit der Geschäftigkeit einer Metropole verbindet. Die Halbinsel, auf der sich die Innenstadt befindet, ist zwischen den Wassern des Charles Rivers und des Hafens in der Massachusetts Bay gelegen. Das Stadtbild würde ich vielerorts als elegant und gepflegt bezeichnen, ganz besonders im direkten Vergleich zum hektischen New York. Die Bostonians sind stolz auf ihre historischen Viertel, wie dem Beacon Hill, mit seinen malerischen Stadthäusern. Mit Sicherheit profitiert Boston auch von den weltbekannten Bildungseinrichtungen in Cambridge, auf der anderen Seite des Charles Rivers. Neben dem MIT mit den Schwerpunkten Technologie und Forschung, ist dort auch der Campus der Harvard University zu finden, die sich u.a. den Geisteswissenschaften und der Wirtschaftslehre verschrieben hat. Beide Hochschulen zählen zu den besten des Landes. Präsident Obama höchstpersönlich studierte Jura in Harvard und war Präsident der Harvard Law Review, einer rechtswissenschaftlichen Zeitschrift. Kein Wunder, dass man den Sitz der Zeitung „kleines Weißes Haus“ nennt.

Die Longfellow Bridge verbindet Boston über den Charles River mit Cambridge
Dank einer Freundin, die einige Zeit in Boston gelebt hat, bekam ich Einblicke aus erster Hand. Kennen gelernt hatte ich sie in meiner Kirchengemeinde in New York. Als sich herausstellte, dass sie die bereits angebrochenen Semesterferien in Neuengland verbringt und am gleichen Wochenende in Boston sein würde, war die Stadtführung schon gebucht. Was sie mit Begeisterung gemacht hat - ich will ja niemandem zur Last fallen. Zu Fuß und mit der U-Bahn ging es quer durch die Stadt und wir haben wirklich viel gesehen. Von der städtischen Bibliothek, bis hin zum Eis in Little Italy war alles dabei. Eine kleine Abkühlung bei sommerlichem Wetter war auch mehr als willkommen. Besonders gut hat es mir da am Wasser gefallen, mit einer erfrischenden Brise und Parkbänken an der Uferpromenade.

Das nächtliche Boston aus dem 50. Stockwerk des Prudential Towers gesehen

Das verlängerte Wochenende in Boston wurde mir durch den Memorial Day am Montag ermöglicht. An diesem Tag gedenkt Amerika seinen gefallen Soldaten. Dazu fanden in der Stadt verschieden Veranstaltungen statt. Es gab einen Marathon in Erinnerung an im Dienst ums Leben gekommene Polizisten und eine Gedenkstätte mit einer Flagge für jeden gefallen Soldaten aus Massachusetts. Boston hat eine lange Tradition in der Ehrung seiner Helden. Der berühmt gewordene Protest „Boston Tea Party“ von 1773, stellt ein Schlüsselereignis im Widerstand gegen die englische Kolonialmacht dar. Wenig später wurde der erste Kontinentalkongress der amerikanischen Kolonien einberufen und 1775 begann nahe Boston der Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien. In Boston finden sich viele Spuren aus dieser Zeit und dem „Freedom Trail“ folgend, kann man die amerikanische Revolution und die Überwindung der Sklaverei besser kennen lernen.
Jede Flagge am Flagstaff Hill steht für einen gefallen Soldaten aus Massachusetts

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