Montag, 28. Februar 2011

Auf Entdeckungstour

Bei schönstem Winterwetter konnte ich in der letzten Woche die Großstadt erkunden. An fünf von sieben Tagen schien durchweg die Sonne. Freitag und heute regnete es für ein paar Stunden. Nun ist der Schnee im Central Park endgültig Geschichte. Am Wochenende stiegt das Thermometer sogar über die Zehn-Grad-Marke, in Celsius natürlich. An die Skala des Herrn Fahrenheit muss ich mich erst wieder gewöhnen. Dafür ist die Umstellung auf die neue Zeitzone inzwischen fast abgeschlossen. Das ist auch besser so, denn Morgen geht mein Praxissemester so richtig los. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Kollegen und die Aufgaben, die ich als Praktikant bei "Messana O'Rorke" auf den Schreibtisch bekomme.

Das Guggenheim Museum von Frank Lloyd Wright an der 5th Avenue in der Upper East Side
Stundenlang war ich in den letzten Tagen zu Fuß unterwegs den Großstadtdschungel zu erkunden. Einen Dschungel, der mich in seinen Bann zieht. New York ist wie ein Mosaik aus verschiedenen Ethnien und Kulturen, Arm und Reich, Alt und Neu, Gerüchen und visuellen Reizen. Meine Eindrücke reichen von einem einsamen Fleckchen im Central Park bis hin zu einer vollkommen überfüllen U-Bahn in der "Rushhour". Eine Stadt der unbegrenzten
Unterschiede, vielleicht ein Sinnbild für die Vereinigen Staaten. Das zeigt aber auch, dass jeder seinen Platz finden kann und auch ich fühle mich wohl. Im Organismus der Metropole gibt es für jeden eine Aufgabe oder zumindest einen Ort, der angenehm erscheint.

Geschäftiges Treiben auf der 7th Avenue in Midtown Manhattan, dem Herz der Metropole
Seinen Platz zu finden ist aber nicht immer einfach: New York mag vieles sein, die Stadt am Hudson River ist aber in jeden Fall die Hauptstadt der Singles. Nicht zuletzt um Anschluss zu finden besuchte ich eine Kirchengemeinde zum sonntäglichen Gottesdienst. Zuvor hatte ich im Internet recherchiert und mir eine Gemeinde herausgesucht, die von Studenten und jungen Familien besucht wird. Gleich am Eingang wurde ich herzlich empfangen und ich setze mich zu einer Gruppe Studenten. Nach Lobpreis, Predigt und Abendmahl standen wir noch bei einer Tasse Kaffee zusammen und ich wurde einigen Leuten vorgestellt. Das war sehr nett und schon waren wir eine kleine Gruppe, die danach zusammen Essen ging. Das hat mir richtig gut getan und so konnte ich meine erste Woche in New York erfolgreich abschließen und freue mich nun auf mein 6-monatiges Praktikum.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Angekommen in NYC

Das Eckhaus in der 169th Street ist mein neues Zuhause
Gerade sitze ich am Frühstückstisch und verspeise eine Portion Obstsalat. Am Dienstagabend bin ich in dieses Apartment eingezogen. Ein Gebäude von etwa 1900. Heute leben hier hauptsächlich Immigranten aus der Karibik, so wie auch mein Vermieter. Ein sehr netter älterer Herr, der noch schnell Bettwäsche für mich besorgte, als ich bereits am Apartment angekommen war. 

Mein Flug war eben überpünktlich: Die Reise von Frankfurt nach New York verlief problemlos. Am Zielflughafen erwartet mich strahlender Sonnenschein und wunderbare Fernsicht. Vor der Landung hatte man also einen schönen Blick auf die Strände von Long Island und den Stadtteil Queens, in dem der John F. Kennedy Airport liegt.
Beste Wetterbedingungen also. Die Einreise mit Passkontrolle klappte, mein Gepäck war auch angekommen und schließlich fuhr ich mit der Subway rein nach Manhattan.

Blick vom Flughafen John F. Kennedy hinüber nach Manhattan mit seiner markanten Skyline
Am Dienstagabend verbrachte ich dann Zeit mit meinem Vermieter. Er hat uns ein Süppchen zum Abendessen gekocht und wir sprachen über dies und das. Er war doch sehr interessiert an mir. Später schaute noch einer seiner Neffen vorbei, der auch in New York lebt. Nach dem Kennenlernen schaffte ich es noch meinen Koffer auszupacken. Dann fiel ich ins Bett und bin gleich eingeschlafen. Dafür war ich am nächsten Morgen um 6:00 Uhr schon wieder fit wie ein Turnschuh. Die Zeitverschiebung macht sich bemerkbar. Wer von Deutschland nach New York reist, muss seine Uhr um sechs Stunden zurückstellen. Am Mittwoch musste ich ein paar organisatorische Dinge erledigen.

Der verschneite Central Park und die Hochhäuser von Midtown Manhattan
Ich meldete mich bei meiner Arbeitsstelle und meinem Visa Sponsor zurück. Mein Mobiltelefon aus Kalifornien ließ ich außerdem wieder freischalten. Doch es blieb genug Zeit, mich mit meinem Wohnviertel ein wenig vertraut zu machen und schon mal einen Abstecher in die Innenstadt zu machen. Am Nachmittag unternahm ich einen ausgedehnten Spaziergang durch den winterlichen Central Park. Jetzt weiß ich es, ich bin angekommen!

So, jetzt noch einen Joghurt und dann geht es wieder auf Entdeckungstour. Auch heute lacht die Sonne und die Temperaturen drehen langsam ins Plus. Davor möchte ich mich aber bei allen bedanken, die mir geschrieben haben. Ich habe eure Grüße gelesen, kann aber leider nicht jedem persönlich antworten. Ich freue mich über so viele treue Freunde!

Donnerstag, 17. Februar 2011

Der Countdown läuft

Bald geht es über den Teich, alle Vorbereitungen sind getroffen, das Visum ausgestellt und die Vorfreude steigt. Ja, die Vorfreude hat sich gar zum ausgewachsenen Reisefieber entwickelt. Kommenden Dienstag steige ich in den Flieger nach New York. Ein neues Abenteuer beginnt!

Nach meinem Auslandssemester an einer Universität in Kalifornien im Jahr 2009, habe ich nun die Gelegenheit das Arbeitsleben in den USA näher kennen zu lernen. Für mein Praxissemester habe ich eine Stelle in einem Architekturbüro in Manhattan bekommen. Diesmal geht es also an die Ostküste und dann gleich nach New York. Dazu erhalte ich finanzielle Unterstützung durch ein Teilstipendium. Dieses Stipendium kommt für meine Reisekosten und mein kleines Zimmer in Manhattan auf - eine feine Sache.

Das ist nicht selbstverständlich und so bin ich sehr dankbar für diese Möglichkeit, die sich hier eröffnet. Ich bin davon überzeugt, dass Gott seine Hände mit im Spiel hat. Denn neben dem Praktikumsplatz und dem Teilstipendium gabt es noch mehr zum Feiern. Als ein Beispiel möchte ich kurz auf das Visum eingehen: Anfang Februar hatte ich alle Unterlagen zusammen, die ich brauchte, um das benötigte US-Visum ausgestellt zu bekommen. Dazu muss man einen Termin bei einem Konsulat der Vereinigen Staaten vereinbaren, um dort persönlich zu erscheinen. Gerne wäre ich nach Frankfurt gefahren. Aber auch in München und Berlin gibt es ein US-Konsulat, das derartige Visa ausstellt. Als ich nun im Online-System einen Termin ausmachen wollte, fiel ich aus allen Wolken. Der nächstmögliche Termin wäre am 23. Februar gewesen - einen Tag nach meinem geplanten Abflug. Am nächsten Morgen rief ich deshalb beim Telefonservice der Botschaft an und erfuhr den Grund: Aus dem aufbegehrenden Ägypten wurden viele Amerikaner nach Deutschland ausgeflogen. Deshalb wurden insbesondere in Frankfurt Termine für deutsche Staatsbürger verschoben und es entstandene Engpässe und lange Wartezeiten. Ich war sehr erleichtert, als mir der Herr am Telefon einen Ausweichtermin in Berlin anbot. Dort war ich am vergangenen Freitag und ich kann wie angedacht am 22. Februar in die USA starten.

Das nächste Mal melde ich mich über diesen Blog aus New York. Seid mit dabei und habt viel Spaß beim Lesen. Auch über Nachrichten von euch würde ich mich sehr freuen!