Samstag, 27. August 2011

Hurricane Irene

Noch am vergangen Wochenende habe ich Fire Island besucht, bin am Strand gesessen und habe auf den friedlichen Atlantik hinausgeschaut. Heute liegen die Barriereinseln vor Long Island verlassen da. In Erwartung der Sturmflut, die Hurrikan "Irene" mit sich bringen soll, wurden die Bewohner am Freitagnachmittag evakuiert. Viele auf Meeresniveau gelegene Gebiete entlang der Ostküste sind von Überschwemmungen bedroht. Am Samstag traf der Tropensturm in North Carolina das erste Mal auf das amerikanische Festland. Seither bewegt er sich nach Norden und wird im Verlauf des Sonntags über New York hinweg ziehen. Während tief gelegene Viertel entlang der Küsten und Meeresbuchten evakuiert wurden, ist mein Stadtviertel nicht von Überschwemmungen bedroht und von den Behörden als sicher eingestuft. Ich wohne in Washington Heights, das 80 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Auf Grund des zu erwarteten Starkregens und Windböen von 100 km/h werden wir das Haus allerdings nicht verlassen. Jetzt ist es hier Samstagabend gegen 20:00 Uhr, Dauerregen hat eingesetzt und zusammen mit meinem Besuch aus Deutschland warte ich ab, was die Nacht bringen wird. Ich werde euch in diesem Blog weiter auf dem Laufenden halten.

AKTUELLE INFORMATIONEN - Eastern Daylight Time

27.08.2011 22:20 Uhr: Mehrere Regenbänder sind durchgezogen. Nun ist es wieder trocken und windstill. Der kräftigste Teil des Sturms wird Sonntag ab 8:00 Uhr erwartet. Wir haben Vorbereitungen getroffen, Wasser und Lebensmittel eingekauft. Wir legen uns schlafen.

28.08.2011 08:30 Uhr: Die ganze Nacht hat es geregnet und gestürmt. Der Sturm liegt nun auf der Höhe von New York, hat sich aber auf seinem Weg der Küste entlang merklich abgeschwächt. Die größte Gefahr geht von der Sturmflut aus, die die New Yorker Stadtteile direkt am Meer bedroht. Wir sind nicht betroffen und Strom- und Wasserversorgung in meinem Stadtteil auch nicht gefährdet. Internet und Telefon funktionieren problemlos.

28.08.2011 12:25 Uhr: Das Sturmsystem "Irene" hat den Großraum New York ohne die befürchteten Zerstörungen verlassen. Es gab begrenze Überschwemmungen durch Starkregen und Sturmflut. Bis auf umgeknickte Bäume und vereinzelte Stromausfälle, sind keine Schäden zu verzeichnen. Nun ist der Wind zurückgegangen und es hat aufgehört zu regnen. Die Behörden gehen davon aus, dass am Montag der Alltag wieder einkehrt.

Blick von Washington Heights auf den Hudson River und die George Washington Bridge
28.08.2011 21:00 Uhr: Gegen Nachmittag haben wir das Haus verlassen und einen Spaziergang durch Washington Heights unternommen. Viele Läden waren geschlossen und einige Straßen waren überseht mit kleineren Ästen und vom Wind angewehtem Unrat. Aufräumarbeiten waren bereits im Gang. Am Abend lichtete sich die Wolkendecke. Die Sonne kam heraus und bescherte uns einen schönen Sonnenuntergang. Wir freuen uns auf die Rückkehr des Sommers: Für Morgen sind Sonnenschein und 26°C vorhergesagt.

Sonntag, 21. August 2011

Feuer und Flamme

Samstag bin ich mit Zug und Fähre nach Fire Island gefahren und habe dort einen Tag am Strand einlegt. Durch eine breite Bucht von Long Island getrennt, erstreckt sich das schmale Eiland über viele Meilen entlang der Atlantikküste. Dabei wirkt Fire Island als Wellenbrecher. Die ruhigen Gewässer der großen Bucht sind perfekt zum Segeln geeignet und beherbergen neben Yachthäfen auch eine reiche Flora und Fauna. Mit der Fähre in 30 Minuten zu erreichen, ging es nach Ocean Beach, einem hübschen Ort mit Hafen auf der einen und einem grandiosen Sandstrand auf der anderen Seite der Insel. Der Strand liegt dabei am offenen Meer und ist nur durch eine Dünenkette von den Häusern getrennt.

Der Strand von Ocean Beach ist ein beliebtes Ziel für Tagestouristen aus New York City
Es war schön, mit einem Eis über die Insel zu streifen, am Strand zu sitzen und die Natur zu erleben. Fire Island ist der perfekte Ort für ein erholsames Wochenende und das liegt nicht nur an der guten Meeresluft. Es gibt nämlich keine Autos auf der Barriereinsel. Alle sind zu Fuß oder auf zwei Rädern unterwegs. Vor dem Lebensmittelladen, dem Fischlokal oder der Synagoge reihen sich die abgestellten Fahrräder und Handwagen aneinander. Dennoch ist es unverkennbar, dass man sich in den USA befindet. Neben den zahlreichen Flaggen, ist es das Wegenetz, dass schachbrettartig die im Kiefernwald gelegenen Wohnhäuser mit dem Ortskern, dem Hafen und dem Strand verbindet. Ein gemütliches Leben auf der Insel.

Einfamilienhäuser mit gepflegten Vorgärten säumen die Wege zwischen Strand und Hafen
Nach viel Sonne und Meer wartete die Fähre im Hafen und brachte uns Tagestouristen nach Bay Shore, auf der anderen Seite der Bucht. Von dort ging es mit einem Zug der Long Island Railroad zurück ins 100 km entfernte New York. Die Bootsüberquerung und die Zugfahrt alleine waren die Reise schon wert. Wie ein kleiner Columbus machte ich mich auf und entdeckte einen Kontinent oder zumindest einen Teil davon. Von Zügen bin ich sowieso entzückt und standesgemäß darf ein Entdecker auf ein Schiff nicht verzichten. So gönne ich mir noch ein wenig Abenteuer in Amerika und bin begeistert von Fire Island und vielen weiteren Entdeckungen, die ich im Laufe meines Auslandsaufenthaltes machen durfte.

Am Hafen von Ocean Beach legt die Fähre aus Bay Shore an und bringt Badegäste auf die Insel

Mittwoch, 17. August 2011

Streets of New York

So unterschiedlich wie die Menschen in dieser Stadt, sind die Straßen auf denen sie unterwegs sind. In meinen letzten Wochen möchte ich die Stimmungen, Bilder und Begegnungen in New York intensive auf mich wirken lassen. Meine Kamera wird mich begleiten und da gibt es noch einiges auf meiner Liste, das ich mir ansehen und ablichten möchte. Sträßchen wie die Stone Street in Downtown mit ihren historischen Bauten, die an die europäischen Wurzeln Amerikas größter Stadt erinnern. Viertel wie TriBeCa, die den Charakter New Yorks als Hafenstadt prägen und einen wichtigen Stein im Mosaik dieser Metropole bilden. Zu diesem Programm kommen die ersten Abschiedsfeiern. Gerade komme ich von einem Abendessen mit meinen Kollegen aus unserem Architekturbüro.

Die autofreie Stone Street in Lower Manhattan ist von Kneipen und Restaurants gesäumt
Es gibt aber auch sonst genug, mit dem man seine Zeit verbringen kann. Die Summer Streets in New York versprechen freie Fahrt für Rollschuhfahrer, Kinderwagen und Touristen auf Entdeckungstour. An den ersten drei Samstagen im August wird die geschäftige Park Avenue zur Flaniermeile für Spaziergänger und einer entspannten Ausflugsroute für Fahrradfahrer. Autos werden ausgesperrt und auf andere Straßen umgeleitet. So entsteht ein autofreier Korridor von der Brooklyn Bridge bis zum Central Park. Die Atmosphäre erinnert an ein Straßenfest. Entlang der elf Kilometer langen Strecke sind Sandkästen für die Kinder aufgebaut, werden Spiele angeboten und sogar eine Kletterwand steht zwischen all den Hochhäusern. Das Konzept der Fußgängerzonen wird inzwischen auch am Times Square umgesetzt. Hier kann man sich mitten im Trubel unter einen Sonnenschirm setzten und ein Buch lesen. Es soll ja Leute geben, die kein Auge für all die Leuchtreklame haben.

Am Times Square ist der Herzschlag New Yorks zu spüren, in der Rushhour ein Herzrasen

Freitag, 5. August 2011

Erinnerungen

Mir kommt es so vor, als hätte ich schon immer in New York gelebt. Die Stadt ist ein Universum für sich und fordert alle Aufmerksamkeit. Doch je näher das Ende meines Praktikums heranrückt, desto schneller vergeht die Zeit. Bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland liegen noch drei Arbeitswochen vor mir und danach 19 Tage Urlaub, die ich teilweise bei Freunden in Kalifornien verbringen werde. Darauf freue ich mich schon sehr und auch auf den Besuch eines Freundes aus Eggenstein zum Ende meines Aufenthaltes in New York. Die Arbeit im Büro war über die heißen Sommertage Ende Juli und Anfang August immer wieder durch besondere Unternehmungen unterbrochen. Darunter war der Besuch einer sehenswerten Ausstellung im Metropolitan Museum of Art mit der letzten Kollektion von Alexander McQueen, einem vor einem Jahr verstorbenen Modedesinger. Wir nahmen auch an einer Führung durch ein neues Universitätsgebäude teil. Der Bau gehört zu The Cooper Union und wurde von der Fachwelt in höchsten Tönen gelobt. Die Hochschule bietet kostenlose Studiengänge in den Bereichen Architektur, Kunst und Technik. Diese Abstecher in die schöne Welt der Stararchitekten und Designer motivierte uns Praktikanten und entschädigte für zahlreiche Stunden vor dem Computer bei Sonnenschein und heißen Temperaturen. So werden mir die Firma und meine Kollegen in guter Erinnerung bleiben.

Drei Praktikaten auf der Dachterrasse von 41 Cooper Square, Erweiterung der Cooper Union