Donnerstag, 21. Juli 2011

Unerwartet

New York City ist bekannt für die Brooklyn Bridge, das Empire State Building und die Börse an der Wall Street. Markenzeichen einer Stadt und Symbole für die moderne Welt. Zur Zeit ihrer Fertigstellung im Jahre 1883 war die Brooklyn Bridge die längste Brücke der Welt und die erste, die im Lichte elektrischer Glühlampen erstrahlte. Die Errichtung des Empire State Buildings markierte den Höhepunkt des Hochhausbaus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Über 40 Jahre sollte es das höchste Gebäude der Welt bleiben. Auch die New York Stock Exchange steht für Superlative. In New York wird die Hälfte aller weltweiten Aktien gehandelt. So steht die Wall Street nach der internationalen Finanzkrise von 2008 weiterhin für wirtschaftliche Macht und Kapitalismus. Viele werden denken, dass in eine solche Stadt kein gotisches Kloster passt. Architekturgeschichtlich wäre das auch richtig, New York wurde schließlich erst 1624 gegründet. Das war allerdings kein Grund für John D. Rockefeller und so kann man seit 1938 in einem der Kreuzgänge der „Cloisters“ Zuflucht vor der lärmenden Metropole suchen. Mittelalterliche Kunstgegenstände und komplette Gebäudeteile verfallener Klöster wurden aus allen Teilen Europas zusammengetragen und zu einem Gesamtkunstwerk gefügt. The Cloisters ist heute eine Außenstelle des Metropolitan Museum of Art mit Schwerpunkt auf europäischer Kunst des 12. Jahrhunderts.

The Cloisters: Mittelalterliche Architektur in Manhattan, errichtet mit Originalbauteilen aus Europa
Du steigst aus der vollen U-Bahn der Linie "A". Vom gut gekühlten Subway-Wagen geht es hinaus in die Schwüle des New Yorker nachmittags. Auf dem Bahnsteig wuselt es vor Menschen. Zum Glück ist es keine unterirdische Station. Alle drängen zu den Ausgängen. Einer nach dem anderen geht durch die Drehtüren und läuft auf die Straße. Es fühlt sich an wie die Rushhour an Wochentagen, doch es ist Sonntag und die Silhouette Manhattans kann man nur in der Ferne erahnen. Nicht die Aktentasche, sondern der Sonnenschirm klemmt unter dem Arm. Vor dem Bahnhof erwartet dich eine angenehme Brise und die Luft riecht nach Meer. Mit dem A-Train, der auch an der Haltestelle vor meinem Apartmentgebäude hält, dauert es eineinhalb Stunden von Washington Heights bis nach Rockaway Park. Eine Fahrt vom dichtbebauten Manhattan bis an den offenen Atlantik. Die Menschen aus der U-Bahn verteilen sich schnell an der kilometerlangen Strandpromenade. Kaum zu glauben, dass dich direkt vor New Yorks Haustüre, am Rande des Stadtteils Queens, ein perfekter Sandstrand erwartet: Im Ozean schwimmen, Beachvolleyball spielen oder einfach nur die Beine hochlegen. Aktuell lässt es sich bei 30°C gut aushalten und auch im Büro klappt es mit der Konzentration. Für Freitag und Samstag werden allerdings 37°C erwartet. Der A-Train wird wohl wieder mit Städtern gefüllt sein, die nach Abkühlung suchen.

Perfektes Badewetter am Rockaway Beach, auf einer langgestreckten Halbinsel im Atlantik gelegen

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