New York gilt vielen als die Stadt, die niemals schläft und sie wird sicher auch nicht müde, sich selbst zu feiern. Von Ende April bis Anfang Mai 2011 findet zum zehnten Mal das Tribeca Film Festival statt. Es wurde als Antwort auf die Anschläge vom 11. September 2001 von Schauspielern und Filmemachern gegründet und steht für die unerschütterliche Vitalität New Yorks. Das Filmfestival ist zu einer wichtigen Plattformen für junge Regisseure aus aller Welt geworden. Ich habe mich gefreut, dass ich noch eines der begehrten Tickets ergattern konnte. So ging es Sonntagabend auf nach TriBeCa zur Weltpremiere von „The Perfect Family“ mit Kathleen Turner. Vielleicht würde man diesen Film als Tragikomödie bezeichnen. Er handelt von einer Mutter und Hausfrau, die sich für den Titel „Katholische Frau des Jahres“ bewirbt. Dabei fällt ihre eigene Familie auseinander, ihr Mann ist Alkoholiker, ihr Sohn betrügt seine Ehepartnerin und ihre Tochter heiratet ihre langjährige Lebenspartnerin. Was der Bischof wohl dazu sagen würde?
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| Das Tribeca Film Festival 2011: Schauspieler und Produzenten von "The Perfect Family" |
TriBeCa ist ein Stadtteil Lower Manhattans und liegt unmittelbar nördlich des World Trade Centers. Der Name ist aus drei Wörtern zusammengesetzt und wird so ausgeschrieben: „Triangle Below Canal Street“. Heute zählt die Gegend zu den Trendvierteln New Yorks. Die Lofts und Apartments sind unbezahlbar und vor den ehemaligen Lagerhäusern stehen Kellner mit Fliege und warten, bis die nächsten Herrschaften vorfahren. Nicht jeder muss sich chauffieren lassen: Jay-Z und Beyoncé sind hier zu Hause und natürlich Robert De Niro, einem der Mitbegründer des Tribeca Film Festivals. Früher lag TriBeCa direkt an den geschäftigen Docks des New Yorker Hafens. Waren wurden hier umgeschlagen und Immigranten aus Europa arbeiteten in den zahlreichen Nähereien und Industriebetrieben. Seit dem der Warenverkehr mit sperrigen Containern abgewickelt wird, befindet sich der Hafen auf der anderen Seite der Bucht in New Jersey. So kamen zuerst die Künstler nach TriBeCa und richteten sich ihre Ateliers in den leerstehenden Lagerräumen ein.
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| TriBeCa nach einem Sommerregen: Lofts und Boutiquen, wo früher Waren gefertigt wurden |
Auch in New York findet nicht jeden Abend eine Weltpremiere statt, doch es gibt auch so genug zu erleben. Mir hat der Besuch in einem Comedy Club gut gefallen. Ich war zusammen mit einer Gruppe Studenten auf der bekannten Bleecker Street unterwegs, als wir von einem Comedian in seine Show gelockt wurden. Stand-Up-Comedy ist hier in New York eine große Sache und in vielen Bars und auf kleinen Bühnen versuchen sich Komiker eine Fangemeinde aufzubauen. So hat man die Chance eine tolle Show zum kleinen Preis anzusehen. Mit ein wenig Glück oder der richtigen Planung, kann man das New Yorker Nachleben also auch ohne goldene Kreditkarte genießen. Mit einem Freund aus meiner Kirche war ich nach Feierabend im Chelsea Market unterwegs, einer Einkaufsmeile mit Restaurants und Bars. Spontan gerieten wir in eine Party eines Spirituosenherstellers. Ein DJ sorgte für Musik und gegen ein Glas Whisky aufs Haus hatten wir auch nichts.
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| Der Chelsea Market im Meatpacking District, einer Gegend mit angesagten Clubs und Bars |
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