Montag, 14. März 2011

New Alltag

Die ersten drei Wochen in New York sind wie im Flug vergangen. Der anfängliche Winter kehrt sich in Frühling um und es mach großen Spaß die Stadt zu entdecken. Das Entdecken beschränkt sich in zwischen auf die Wochenenden, wird aber umso intensiver genossen. An den Wochentagen wird fleißig gearbeitet. Das Schöne ist, dass ich das Gefühl habe angekommen zu sein: Ich finde mich gut zurecht, mein Tagesablauf hat sich eingespielt und ich habe die ersten Bekanntschaften gemacht. Dazu habe ich jetzt unter der Woche auch einen Ausgleich für die Arbeit. Letzten Dienstag entschied ich mich für die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Der Club hat 15 Standorte in New York und einer davon ist nur wenige Schritte von meinem Arbeitsplatz entfernt.

Der Central Park im März - so langsam steigen die Temperaturen
Ich glaube, Sport wird mir diese Woche gut tun. Mein Chef ist mit einem potenziellen Klienten für eine Woche in Europa unterwegs und so haben wir im Büro detaillierte Arbeitsaufträge bekommen. Ich werde „Renderings“ für einen Architektur-Wettbewerb in China vorbereiten. Renderings sind Computergrafiken, die ein geplantes Gebäude fotorealistisch darstellen.  Es geht um eine Grundschule in der 2008 von einem Erdbeben zerstörten Provinz Sichuan. Mein Büro versucht im Moment verschiedene Aufträge an Land zu ziehen und da sind Praktikanten natürlich eine gute Hilfe bei zeitaufwändigen Vorgängen. Ich bin aber dankbar für die Erfahrungen, die ich hier sammeln darf.

MoMA: Die 54th Street und der Sculpture Garden, der Innenhof des Museums
Eine andere tolle Sache an unserem Büro sind die Mitgliedsausweise für diverse New Yorker Museen, welche einer Dauerkarte gleichkommen. Am Wochenende war ich viel unterwegs und eine meiner Stationen war das MoMA, das Museum of Modern Art in Midtown Manhattan. Hier gibt es immer eine Wechselausstellung zum Thema „Architektur und Design“. Es kann wohl kein Zufall sein, dass auch ein Architekturmodell der neuen Karlsruher Hochschul-Mensa ausgestellt war. Bei schönem Wetter zog es mich dann aber erneut in den Central Park, der an Wochenende mit Jogger und Radfahrern bevölkert ist. Später durchquerte ich die Innenstadt entlang der 5th Avenue und beendete meinen Tag im Grand Central Terminal, dem großen Bahnhof an der ebenso berühmten 42nd Street.

Die 5th Avenue auf Höhe der New York Public Libray, den Blick nach Norden gerichtet
Midtown ist laut und geschäftig. Gerade diese Woche wurden neue tieffrequente Polizeisirenen eingeführt. Diese kann man nicht nur hört, sondern auch am ganzen Körper spüren. Damit soll erreicht werden, dass man auch mit Knopf im Ohr mitbekommt, wenn ein Einsatzwagen angerauscht kommt. Hier in Washington Heights, meinem Wohnviertel, ist es weniger hektisch. Es ist der höchstgelegene Stadtteil von Manhattan, so hat man automatisch einen gewissen Abstand. Er ist geprägt von seinen Bewohnern aus der Karibik mit ihren Supermärkten, Restaurant und Festen, sowie dem gewaltigen New York Presbyterian Hospital, einem der größten Krankenhäuser der Welt.  Von hier führt aber auch die George Washington Bridge 1.500 m über den Hudson River und verbindet so Manhattan mit New Jersey, auf der gegenüberliegenden Seite des großen Stroms. Diese habe ich am Samstag bis zur Hälfte überquert und von dort oben meinen Blick über den Fluss und die Skyline von New York schweifen lassen. Mit diesem Blick verabschiede ich mich für heute, viele Grüße aus New York und bis zu meinem nächsten Eintrag!

Der Hudson und die Skyline von Manhattan von der George Washington Bridge aus gesehen

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